Methodik · Marktphasen
Vier Phasen, die sich wiederholen.
Akkumulation, Expansion, Distribution, Kapitulation. Der Markt durchläuft diese Phasen nicht nach Kalender, sondern nach Verhalten. Wir beschreiben, in welcher er gerade steht.
Jede Phase trägt eine eigene Signatur. In der Akkumulation ist die Stimmung leise, das Angebot wandert von kurzfristigen in langfristige Hände, viel Kapital liegt unter Wasser und bleibt trotzdem liegen. Die Expansion zeigt steigende Beteiligung, frisches Kapital tritt ein, realisierte Gewinne nehmen zu, ohne dass schon Euphorie das Bild bestimmt. Die Distribution kehrt den Fluss um: Langfrist-Halter geben ab, neue Teilnehmer kaufen am oberen Rand, das Angebot wechselt zurück in ungeduldige Hände. Die Kapitulation schließlich räumt das Übermaß ab, Verluste werden realisiert, die Beteiligung dünnt aus, und die Basis für die nächste Akkumulation entsteht.
Wir lesen diese Phasen nicht aus einer einzelnen Kennzahl, sondern aus mehreren unabhängigen On-Chain-Clustern, die jeweils einen anderen Aspekt des Marktes abbilden: die Gewinn- und Verlustlage im Netzwerk, das Verhalten unterschiedlicher Halter-Gruppen, die Bewegung von Kapital an und von den Handelsplätzen. Stimmen mehrere dieser Cluster überein, verdichtet ein reproduzierbarer Klassifikator sie zu einer einzigen Phasen-Einordnung. Dass die Cluster voneinander unabhängig sind, ist kein Zufall, sondern Absicht: Ein einzelner Indikator kann täuschen, mehrere zugleich seltener.
Diese Einordnung ist deskriptiv. Sie sagt, wo der Markt nach unserer Lesart heute steht, nicht, wo er morgen stehen wird. Eine Phase kann lange anhalten oder rasch kippen; beides ist mit derselben Beschreibung vereinbar. Wir markieren die Lage, wir behaupten keinen Zeitpunkt.